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Tegelhörn - ein Stadtteil entsteht Noch ist die Gegend kaum bewohnt. Einer der ersten wagemutigen "Pioniere" war Heinrich Schneidewind, um dem sandigen Boden Fruchtbarkeit abzuringen. Mit Sand kennt er sich aus, hat er doch viele Jahre in Namibia Landwirtschaft betrieben. Sein Spargel gedeiht prächtig. 1927 kommt die Gärtnerei Rave dazu. Die erste umfangreiche Besiedlung beginnt 1938, als Mitarbeiter der Firma Siemen + Hinsch an der (deswegen so genannten) Sihistraße mit 24 Siedlerstellen den Anfang machen. Ein Jahr später wohnen dort bereits 123 Menschen. Es folgten schnell neue Straßen: Bauernweg, Schäferkoppel und Winkelkamp. Ende 1939 gibt es bereits 317 Tegelhörner. Der zweite Weltkrieg unterbricht dann die Entwicklung. Damals entstand die Bezeichnung Tegelhörn, der mit Beschluss der Ratsversammlung vom 31. Mai 1949 auf den Stadtteil übertragen wurde, der sich rasant ausdehnt. Tegelhörn - was heißt da? Tegelhörn bedeutet "Ziegeleihöhe". Früher befand sich am Klosterbrunnen eine so genannte "Tegelie" (Ziegelei). Einige Flurstücke hießen Tegelkamp" und "Hinter Tegelkamp". "Hörn" bedeutet einen "Vorsprung im Gelände, höher als die Umgebung". Und der Stadtteil Tegelhörn liegt tatsächlich höher als Itzehoe. Bis zum zweiten Weltkrieg war Tegelhörn so gut wie menschenleer. Nur wenige Menschen siedelten sich auf der weiten Heidefläche an. Einer der ersten war Friedrich Schneidewind, der die ersten Spargelfelder anlegte. Er kam aus Südwest-Afrika und war daher den Umgang mit Sand gewohnt. Wer heute durch den schmucken Stadtteil spaziert, findet auf Schritt und Tritt hübsche Straßen, schön gestaltete Anlagen und gepflegte Gärten. Der Mittelpunkt und das Herzstück Tegelhörns ist der einladend gestaltete Ostlandplatz. Begonnen hatte alles im Jahre 1938. Damals errichtete die Firma "Siemen & Hinsch" Kleinsiedlungen für zunächst 24 Beschäftigte. Weitere Häuser folgten und Ende 193 9 zählte Tegelhörn bereits 317 Einwohner. Einen weiteren Aufschwung erlebte Tegelhörn nach dem Krieg. In den 50er Jahren entstand rund um den Ostlandplatz - er hieß einmal Dreiecksplatz - der erste Itzehoer Nachkriegs-Stadtteil. Das war auch nötig, denn Itzehoe platzte aus allen Nähten. Die Wohnungslage war mehr als katastrophal. Infolge der vielen Flüchtlinge hatte sich die Einwohnerzahl so stark erhöht wie noch nie zuvor in der Geschichte der Stadt. Tegelhörn ist ein treffendes Beispiel dafür, wie es gelang, Alteingesessene und Vertriebene miteinander heimisch zu machen. Das zeigen sehr anschaulich die dort verwendeten Straßennamen. Auf der einen Seite des Ostlandplatzes sind die Straßen nach ostdeutschen Städten benannt. Auf der anderen Seite gibt es Itzehoer Namen, darunter die Pünstorfer Straße und die Alte Landstraße, der legendäre Heer- und Ochsenweg. Städtebaulich ist Tegelhörn eine mustergültige Anlage. Die Erbauung erfolgte nach einem konsequent eingehaltenen Konzept, dessen Ergebnis sich sehen lassen kann. Das unterscheidet Tegelhörn heute von Außenbezirken, die zu späterer Zeit entstanden. Der Ostlandplatz ist mit seinen Geschäften und Dienstleistungs-Einrichtungen der wirtschaftliche Mittelpunkt Tegelhörns. Doch er ist auch ein Zentrum, das zum Ausruhen einlädt. Zum Beispiel an der "Pommern-Linde", die von der Pommersehen Landsmannschaft hier zur Erinnerung an die alte Heimat gepflanzt wurde. Tegelhörns große Stunde schlägt, als nach der Währungsreform in Itzehoe ein zuvor nie gekannter Ausbau der Stadt beginnt. Der Zuzug von Vertriebenen und Flüchtlingen lässt die Einwohnerzahlen sprunghaft ansteigen. Bereits aus der Vorkriegszeit stammende Pläne lassen auf dem Reißbrett einen neuen Stadtteil entstehen. Die Achse bildet die "Alte Landstraße". An deren Kreuzungspunkt Pünstorfer Straße / Am Lehmwohld wird ein rechteckiger Platz, der Ostlandplatz, freigehalten. Seine vier Seiten umsäumen Geschäfte. Ein weiteres Zentrum ist der Marienburger Platz. Schule und Kirche werden an herausragender Stelle platziert. Die Bebauung sieht Häuser verschiedenster Art vor, von Siedlerstelle bis Hochhaus. Die in und um Tegelhörn zahlreich vorhandenen Waldungen bleiben unangetastet: ein Stadtteil im Grünen! Es finden hier vorzugsweise aus dem Osten stammende Neubürger ein neues Zuhause, und so werden die Straßen nach der alten Heimat benannt: Königsberger Allee, Breslauer Straße, Stettiner Straße, Danziger Straße. Preußisch-Holland-Straße, etc. 1953 übernimmt die Stadt Itzehoe die Patenschaft über das ostpreußische Städtchen Preußisch Holland. Auf dem Ostlandplatz steht mit einem Gedenkstein versehen, die "Pommern-Linde". Die Straßen und Wege rechts der Alten Landstraße tragen einheimische Namen: Buschkamp, Viertkoppel, Twietbergstraße, Haidkoppel, Am Klosterbrunnen, etc. Die Idee war, das Zusammenwachsen von Alt- und Neu-Itzehoern in den Tegelhörner Straßennamen sinnvoll zu dokumentieren. Tegelhörns Einwohnerzahl wächst rasant: 1951 sind es bereits 1.300, 1956 sind es 3.500, 1959 ist die Zahl 5.000 erreicht! Heute leben hier mehr als 6.000 Menschen! Dr. Irmisch in seiner 1960 erschienen Geschichte der Stadt Itzehoe: "Tegelhörn ist wie eine kleine Stadt für sich." Daran hat sich, dank der vorzüglichen Infrastruktur des Stadtteils, bis heute nichts geändert.
1952 erhält Tegelhörn eine eigene Schule, die Ernst-Moritz-Arndt-Schule, in dem hübsche gelegenen, schön gebauten und stilvoll der Backstein-Umgebung angepassten Gebäude. Aus dem selben Jahr stammt auch die St. Jacobi-Kirche, benannt nach einem Jünger Jesu.
Sie ist der erste kirchliche Neubau nach dem Krieg und ein Werk des Architekten Brandes. Turm und Gemeindezentrum kommen 1966 dazu. "In Not geboren, zum Trost erkoren", lautet eine an dem Turm angebrachte Inschrift, mit der auf die Ansiedlung vieler Heimatvertriebener in dem neuen Stadtteil hingewiesen wird. Das Altarbildnis "Christus am Kreuz mit Maria und Johannes" ist das letzte Werk des heimatvertriebenen Künstlers Georg Lehmann-Wienbrack. Die Buntglasfenster sind aus dem Jahr 1978. Seit 1964 besteht, reizvoll am Waldrand gelegen, beim "Klosterbrunnen", das großzügig gestaltete Freibad, mittlerweile um Hallenbad, Cafeteria Sauna erweitert. Hier finden im August 1965 die 75. Deutschen Schwimm- und Springmeisterschaften statt, die den Namen Itzehoe in der ganzen Bundesrepublik bekannt machen. 137 Vereine aus ganz Deutschland nehmen daran teil. Die Schönheit Tegelhörns wird geprägt durch den Waldreichtum, im Stadtteil selbst und drum herum: den Lehmwohld, das Paradies, Stadt- und Klosterforst. Von Tegelhörn aus kann man stundenlange Waldspaziergänge machen. Aber auch wer zu Fuß in die Innenstadt geht, kann dies im Grünen tun. Auf halben Weg in die Stadt liegt das neu gestaltete Planschbecken-Gelände. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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